Sampling, Recording, Programmierung & Software

Kategorie: Equipment

Samples, Loops und Presets – Sollte ich wirklich vorgefertigte Sounds nutzen oder lieber alles selber kreieren?

Schreibtisch mit Laptop - Sound Design

Vor kurzem habe ich hier etwas zu dem neuen Sample-Loop-Synthesizer Arcade von Output geschrieben und ich war recht begeistert von den Möglichkeiten. Ein Kommentar zu dem Artikel hat mich dann mal wieder ganz kurz auf den Boden geholt und ich habe mir in den letzten Tagen etwas Gedanken dazu gemacht…

Es dürfte wohl schon 25 Jahre her sein, dass ich angefangen habe Musik Krach zu machen. Ja, ich bin alt. Mein Kumpel brachte damals eine elektrische Gitarre nebst Verstärker und Verzerrer von irgendwo her mit und wollte, dass ich lernte diese zu bedienen. Er selbst würde dann Schlagzeug spielen wollen (übrigens machen wir noch heute in dieser Konstellation zusammen Musik 😉 ) Ich fand die Idee toll und versuchte mich an den 6 Saiten.

Die nativen Effekte einer DAW für die Gitarre nutzen, am Beispiel von Ableton Live 10

Ich habe jetzt total viele Audio Effekte in meiner DAW, brauche ich überhaupt noch extra Gitarren-Effektpedale?“ – diese Frage habe ich schon des öfteren gehört. Viele sind immer erstmal verunsichert, ob sich die nativen Effekte ihrer Recording-Software überhaupt für die Gitarre eignen. Da wird dann gegoogelt, bei YouTube rumgesucht und in diversen Foren nachgefragt. Die beste Antwort ist aber immer: Ausprobieren. Nicht jeder Overdrive Effekt ist gleich programmiert und nicht jeder Effekt passt zu jeder Gitarre oder zu jedem Amp.

Jeder Gitarrist hat das ein oder andere Effektpedal … dies hier ist übrigens nicht meins 😉 (Quelle: gearcollector.com)

Ich persönlich greife auch oft mal zu echten Bodentretern, oder zu den Effekten aus Amplitube. Wenn man sich die Audio Effekte in der DAW aber mal genauer anschaut, dann sind diese in vieler Hinsicht aber viel flexibler als ihre Pendants, die speziell für die Gitarre entworfen wurden. Ein Beispiel wäre der Wah-Effekt. Das Cry-Baby Pedal beispielsweise hat einen fest vorgegebenen Frequenzbereich, an dem ich ohne elektronische Komponenten auszutauschen, nichts verstellen kann. Ein Filter-Plugin einer DAW ist da doch gleich VIEL flexibler 😉

Kann so’n Gitarrenkrams aus’n Computer überhaupt klingen, wie eine echte Rockgitarre?

In meiner kleinen Band mound habe ich recht früh angefangen, das typische Prozedere zum Einfangen des Gitarrensounds für eine Aufnahme zu vermeiden. Denn normalerweise baut man den Gitarren-Amp und die Cabinet seiner Wahl im Aufnahmeraum auf, positioniert wahlweise zwischen einem und drei geeignete Mikrofone vor dem Speaker und wenn man dann alles richtig macht, klingt die Gitarre dann später genau so, wie man sie im Raum gehört hat. Wenn…

kleiner feiner Röhren-Amp

Denn wenn man das vorher noch nie gemacht hat, stößt man auf so einige Hürden. Wie genau positioniert man denn die Mikrofone? Muss man bestimmte Mikros benutzen? Ist die Beschaffenheit bzw. Akustik des Raumes eventuell auch wichtig? Wenn ich die Drums zunächst mit einer Gitarrenspur zusammen einspielen will, wie bekomme ich es dann hin, dass man die Drums auf der Gitarrenspur nicht hört? An meinem Audio-Interface habe ich nur einen Mikrofon-Eingang, wo stöpsel‘ ich denn die anderen zwei Mikros ein?

Eigentlich wollte ich ja einen Beitrag über die Möglichkeiten eine elektrische Gitarre zu recorden schreiben, aber es gibt nichts besseres als…

… den AD30 von Orange emuliert in Amplitube 4. 😀 Ja … aber von vorne… Seit einigen Tagen wurde meine Epiphone Gitarre von einer Fender Gitarre abgelöst. Nach über 20 Jahren mit Epiphone Klampfen und Humbucker Tonabnehmern, ist hier endlich mal eine Fender mit Single-Coils zu Hause.

Aus diesem Grund wollte ich mal wieder ein paar kostenlose Software Lösungen –  einen Amp nebst Cabinet zu emulieren – antesten. Ich habe einige beliebte Plugins auf meine Festplatte geschaufelt, die Gitarre in das Audio-Interface gestöpselt, Bitwig gestartet und gespielt bis mir die Ohren schmerzten. Es ist mir natürlich klar, dass der Sound von unzähligen Faktoren abhängt, wie Gitarre, Saiten, Spielweise, Audio-Interface, bla bla bla. Aber ernsthaft, es gibt nur EINEN Gitarrensound und den liefert der Orange AD30 in Amplitube 4. Da gibt es gar keine Diskussion.

Der beste Software Amp der Welt!!!

Drum Machines haben doch gar keine Seele – aber sie streiten nicht mit den anderen Musikern und halten die Möglichkeiten in Grenzen…

Am Anfang war er nur Begleiter für Orgelspieler. Ob auf der Bühne oder zuhause, Orgelspieler brauchten einen Rhythmus, damit ihr Heimorgelspiel noch funkiger wurde und der Rest der Familie eine Grundlage zum Tanzen hatte. Daher wurde der erste offizielle Drumcomputer genau hierfür entwickelt, zur simplen Begleitung des Alleinunterhalters.

Der erste kommerziell produzierte „Drumcomputer“ war der Wurlitzer Side Man aus dem Jahre 1959, der genau für oben erwähnte Zwecke entwickelt wurde. Es gab zwar vorher schon andere Lösungen, aber die gingen nie in Serie.

1959 wurde ein Schlagzeuger erstmals durch eine Maschine ersetzt… (Quelle: 120years.net)

12 verschiedene Rhythmen (Waltzer, Foxtrott, Bossanova,…) hatte der Side Man drauf und die Klänge der einzelnen Drums wurden mithilfe von Röhren erzeugt. Er war groß, schwer (komplett im Holzgehäuse inkl. Verstärker und Lautsprecher) und man konnte nur die vorgegeben Rhythmen in verschiedenen Geschwindigkeiten abspielen.

Die Freiheit nehm‘ ich mir, oder mehr Kreativität durch Eliminierung der Komplexität

…They were amazing about going with mistakes and humanness all around this way. Now, of course, that could never happen because everything is computer controlled and it sucks the life out of everything.

Das Zitat stammt von Ken Scott. Dieser Mann durfte in den 60ern zusammen mit den Beatles in den Abbey Road Studios arbeiten. Ken war damals Toningenieur und hat unter anderem bei den Aufnahmen zum weißen Album 1968 mitgewirkt. Wie in jedem guten Blogbeitrag müssen auch hier die Beatles herhalten, wenn es um Vergleiche der heutigen Studios mit den Aufnahmetechniken aus den 60er Jahren geht.

Was hatte man damals? Eine Handvoll Mikrofone (allerdings sehr hochwertige), einen Kompressor, einen Reverb, einen sehr einfachen Equalizer (nur tiefe und hohe Frequenzen konnten geregelt werden). Und man musste sich damit abfinden, dass nur 4 (oder später 8) Spuren zur Verfügung standen. Was aber nicht heißt, dass es nicht mögliche war komplexe Arrangements mit Overdubs zu realisieren. Nein, aber man musste sich schnell entscheiden. Denn wenn man eine neue Spur benötigte, dann wurden zwei vorhandene Spuren einfach zusammengelegt und konnten somit nicht mehr verändert werden.

Das Mischpult TG12345 aus den Abbey Road Studios der 60er Jahre (Quelle: toolfarm.com)

Was hier so alles auf dem Schreibtisch steht

Viel Platz habe ich hier nicht. Ich habe meinen Schreibtisch in eine Nische mit Dachschräge gestellt. Der Keller war zu feucht und woanders ist nunmal kein Platz. Ich starre entweder auf meinen Monitor, oder gegen eine um 30 Grad geneigte, grau gestrichene Wand. Zum Glück brauche ich nicht viel, auch wenn ich einiges an Instrumenten und Zeugs in meinen Aufnahmen verwende, stehen hier nur zwei Real-Life-Gitarren rum – ein akustischer und eine elektrischer Sechssaiter. Das kleine batteriebetriebene Casio Keyboard auf dem Regal hier oben zähle ich jetzt mal nicht mit, ebenso wenig diese kleinen Shaker Eier … wie nennt man die eigentlich richtig?

Ich glaube ich bin 1990 mit dem Gitarrespielen angefangen und habe von da an immer in Bands gespielt, die hauptsächlich Gitarrenmusik gemacht haben. Auch wenn ich schon über zwanzig Jahre an sechs Saiten herumwerkeln, würde ich mich nicht als „guten“ Gitarristen bezeichnen, was auch immer das bedeuten mag. Ich war nie der Typ, der Stunden damit verbracht hat irgendwelche Techniken zu üben. Nachdem ich meine ersten beiden Akkorde spielen konnte, habe ich angefangen Songs zu schreiben. Das hat sich bis heute eigentlich nicht geändert 😉

Ich mag meine Epiphones 😉

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