Klevgränd hat wieder ein neues Instrument raus gebracht. Einen Sample-Player, mit 12 gesampleten Sounds von Dingen, die eigentlich fast jeder zuhause rumliegen hat. Natürlich ist das GUI der Schweden wieder herzallerliebst und die Sounds klingen super.

Unter den einzelnen Samples finden wir u.a. Autoschlüssel, Besteck, eine Tasse, ein geschlagenes Sofa, Papier und ein paar Körperteile. Dazu gibt es einen einfachen Equalizer, Hall und einen Kompressor. Zusätzlich lässt sich bei jedem einzelnen Instrument das Panning, die Lautstärke, Dynamiken, Reverb (mehrere Rooms und einen einige algorithmische Reverbs), sowie die Tonhöhe individuell einstellen.

Das klingt natürlich alles ganz wunderbar:

Die Samples sind mehrfach gesampled worden, damit dass ganze natürlicher klingt. Da Ting noch ganz neu ist kostet es derzeit nur knapp 15 Dollar und ich finde es ganz herrlich …

Da stellt sich allerdings die Frage…

Kann man sowas nicht auch selber machen? Und … wie aufwendig wäre das. Lohnt sich das überhaupt, angesichts der Tatsache, das Ting nicht mal 15 Dollar kostet? Die Frage gilt es zu klären … wo ist mein portabler Recorder?

Ok, laut Dokumentation haben die Entwickler folgende Sachen für die einzelnen Sounds benutzt:

  • Car Keys – Ein subtiler Schlag (Hi-Hat ähnlich)
  • Silverware – Gabel und Messer gegeneinander geschlagen
  • Big Box – mit der Faust gegen eine Kiste mit Zeugs drin geschlagen
  • Floor Stomp – Mit dem Fuß auf den Boden trampeln (Kick Drum)
  • Toy Drum – klingt wie ein Tamborine mit Fell (so etwas habe ich hier nicht, ich nehme einfach eine Tupperdose 😉 )
  • Paper Scratch – Zwei Papierstücke aneinander gerieben (Shaker)
  • Tea Pot – Gegen einen Becher mit den Finger schnippen
  • Hand Clap – Einfaches in die Hände klatschen
  • Finger Snap – Das kann ich gar nicht, ich schnalze einfach 😀
  • Snusdosa – Netter Ausdruck!! Auf eine Dose mit Schrauben klopfen
  • Stick on Edge – Mit einem Holzstab gegen einen Tisch schlagen
  • Sofa Slap – Mit der Hand auf ein Sofa schlagen (Kick Drum)

Dann wollen wir mal…

Die Aufnahmen gingen mir schnell von der Hand. Die Mikrofone des Tascam DR-05 sind nicht die Besten und heute war hier recht viel Verkehr in unserer Strasse … mein Sohn hatte ein Hörspiel an. Die Hintergrundgeräusche waren also nicht ohne…

Nachdem die Aufnahmen im Kasten waren – ich habe jedes einzelne „Instrument“ zwischen 5 und 8 mal mit verschiedenen Anschlagstärken aufgenommen – schnitt ich alles in Waveform zurecht. Die einzelnen Samples importierte ich dann in den Renoise Redux Sampler.

Renoise Redux Sampler

Im Sampler habe ich die Lautstärken der Samples angepasst und etwas mit einem EQ bearbeitet. Die einzelnen Samples und Velocity Ebenen habe ich auf verschiedene Tasten gelegt…

Also, das ist echt zeitaufwendig. Vom Samplen der einzelnen Hits, bis zum Einpflegen, Anpassen und Editieren im Sampler sind jetzt 2 Stunden vergangen. Jetzt muss ich noch die Effektkette in Waveform anlegen.

Ja ok, ich habe nicht für jedes einzelne Instrument eine Kette angelegt, weil ich zu faul war. Ich habe einfach einen Compressor, zwei Reverbs (Room und Plate) als Insert in den Track eingefügt und den Clip gerendert und exportiert. Genau, es klingt komplett anders als Ting. Ich habe andere Sounds und habe hier jetzt auch den Rhythmus etwas anders programmiert.

Der Reverb ist auch etwas überzogen und die einzelnen Instrumente sind nicht gepanned …. ja, ja, ja.

Fazit

Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, ist aber auch ein wenig Arbeit. Kann ich jeden mal empfehlen. Allerdings komme ich hiermit nicht so einfach an die Qualität von einem professionell entwickelten Instrument, wie Ting heran. Für knapp 15 Dollar kann man da nicht meckern. Aber wie gesagt, es ist möglich sich an einem Freitagmorgen selbst ein nettes Instrument zu basteln… 😉