Kategorie: Persönliches

Samples, Loops und Presets – Sollte ich wirklich vorgefertigte Sounds nutzen oder lieber alles selber kreieren?

Schreibtisch mit Laptop - Sound Design

Vor kurzem habe ich hier etwas zu dem neuen Sample-Loop-Synthesizer Arcade von Output geschrieben und ich war recht begeistert von den Möglichkeiten. Ein Kommentar zu dem Artikel hat mich dann mal wieder ganz kurz auf den Boden geholt und ich habe mir in den letzten Tagen etwas Gedanken dazu gemacht…

Es dürfte wohl schon 25 Jahre her sein, dass ich angefangen habe Musik Krach zu machen. Ja, ich bin alt. Mein Kumpel brachte damals eine elektrische Gitarre nebst Verstärker und Verzerrer von irgendwo her mit und wollte, dass ich lernte diese zu bedienen. Er selbst würde dann Schlagzeug spielen wollen (übrigens machen wir noch heute in dieser Konstellation zusammen Musik 😉 ) Ich fand die Idee toll und versuchte mich an den 6 Saiten.

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Kann so’n Gitarrenkrams aus’n Computer überhaupt klingen, wie eine echte Rockgitarre?

In meiner kleinen Band mound habe ich recht früh angefangen, das typische Prozedere zum Einfangen des Gitarrensounds für eine Aufnahme zu vermeiden. Denn normalerweise baut man den Gitarren-Amp und die Cabinet seiner Wahl im Aufnahmeraum auf, positioniert wahlweise zwischen einem und drei geeignete Mikrofone vor dem Speaker und wenn man dann alles richtig macht, klingt die Gitarre dann später genau so, wie man sie im Raum gehört hat. Wenn…

kleiner feiner Röhren-Amp

Denn wenn man das vorher noch nie gemacht hat, stößt man auf so einige Hürden. Wie genau positioniert man denn die Mikrofone? Muss man bestimmte Mikros benutzen? Ist die Beschaffenheit bzw. Akustik des Raumes eventuell auch wichtig? Wenn ich die Drums zunächst mit einer Gitarrenspur zusammen einspielen will, wie bekomme ich es dann hin, dass man die Drums auf der Gitarrenspur nicht hört? An meinem Audio-Interface habe ich nur einen Mikrofon-Eingang, wo stöpsel‘ ich denn die anderen zwei Mikros ein?

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Bei der ganzen Diskussion über die beste DAW und welche Features auf jeden Fall noch mit in die nächste Version müssen … sollte man nicht vergessen, dass Software und das Internet uns dumm machen

Ich habe Ende der 90er zum ersten mal einen Computer mit spezieller Software genutzt, um meine musikalischen Ergüsse festzuhalten. Ich hatte absolut keine Ahnung und war froh, dass ich meine Gitarre, Stimme und das Schlagzeug unseres Drummers irgendwie auf Festplatte bekommen konnte.

Ich habe mich damals nie um Funktionen der Software gekümmert, die ich nicht kannte und brauchte. Ich wusste wie ich eine neue Spur aufzeichnen konnte (Audio), wie ich deren Lautstärke ändern konnte, wie ich die Aufnahme mithilfe des Pan-Reglers im Stereofeld platzieren konnte und ich wußte nach Gehör so einigermaßen mit dem EQ umzugehen und einen Reverb einzusetzen. Im Grunde habe ich die DAW genauso benutzt, wie einen Mehrspurrecorder.

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Ist es möglich mit GarageBand ein komplettes Album aufzunehmen? Ein Selbstversuch…

In meinem letzten Beitrag ging es um Tracktion T6. Eine DAW, die nichts kostet und trotzdem alle Features der „großen DAWs“ bietet. Wer einen Mac sein Eigen nennt, hat die Möglichkeit eine andere sehr bekannte Musiksoftware kostenlos zu installieren: GarageBand.

GB ist ebenfalls eine komplette DAW, die allerdings etwas weniger Möglichkeiten in der Bearbeitung von Audio- und Midimaterial bereitstellt. Dafür bekommt man eine beachtliche Sammlung (10GB) an Instrumenten / Presets & Loops und eine gut sortierte Effektsammlung. Der „Drummer“ – ein Tool zum Erstellen von Beats – kann sich echt sehen lassen und es gibt sogar einige Gitarren-Amps und Effekte.

GarageBand in der Version 10.2. Neuer „flat“ Look und noch mehr virtuelle Drummer.

Aber reicht das, um beispielsweise ein komplettes Album zu produzieren? Theoretisch reichen diese Tools ganz sicher, aber man ist ja verwöhnt und kann ich mich motivieren mit diesen eingeschränkten Mitteln einen ganzen Longplayer fertig zu stellen? Oder hilft mir diese Einschränkung sogar?

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Die unglaubliche Technologie des Samplings oder wieso wir nur auf Sicherheit setzen

Ich mag Sampler. Von allen virtuellen Software Instrumenten sind sie meine Liebsten. Ich meine jetzt richtige Sampler, keine Sample Player. Ich benutze fast ausschließlich Sampler. Mein Lieblingssampler ist Redux von Renoise, aber ich beschränke mich zurzeit auf Bitwig, daher ist der Bitwig Sampler im Moment das einzige Instrument, das ich benutze.

Der einfache Sampler in Bitwig Studio 2 mit einigen Modulatoren 

Im Grunde kann man Sampler für alles mögliche verwenden. Zum Abspielen von natürlichen Instrumenten, wie echte Drums oder Pianos; als Synthesizer, wenn man beispielsweise Samples von klassischen Waveformen benutzt (Saw, Sine, …) oder kleine Ausschnitte von allen möglichen Aufnahmen. Oder aber auch zum Einbauen von Loops aus bereits vorhanden Musikstücken, wie man es aus klassischen Hip Hop Aufnahmen kennt.

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Die Freiheit nehm‘ ich mir, oder mehr Kreativität durch Eliminierung der Komplexität

…They were amazing about going with mistakes and humanness all around this way. Now, of course, that could never happen because everything is computer controlled and it sucks the life out of everything.

Das Zitat stammt von Ken Scott. Dieser Mann durfte in den 60ern zusammen mit den Beatles in den Abbey Road Studios arbeiten. Ken war damals Toningenieur und hat unter anderem bei den Aufnahmen zum weißen Album 1968 mitgewirkt. Wie in jedem guten Blogbeitrag müssen auch hier die Beatles herhalten, wenn es um Vergleiche der heutigen Studios mit den Aufnahmetechniken aus den 60er Jahren geht.

Was hatte man damals? Eine Handvoll Mikrofone (allerdings sehr hochwertige), einen Kompressor, einen Reverb, einen sehr einfachen Equalizer (nur tiefe und hohe Frequenzen konnten geregelt werden). Und man musste sich damit abfinden, dass nur 4 (oder später 8) Spuren zur Verfügung standen. Was aber nicht heißt, dass es nicht mögliche war komplexe Arrangements mit Overdubs zu realisieren. Nein, aber man musste sich schnell entscheiden. Denn wenn man eine neue Spur benötigte, dann wurden zwei vorhandene Spuren einfach zusammengelegt und konnten somit nicht mehr verändert werden.

Das Mischpult TG12345 aus den Abbey Road Studios der 60er Jahre (Quelle: toolfarm.com)

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Hey Bernd, wie ist tropone eigentlich entstanden?

Ah ja, gut dass ihr fragt. Der Name ist eigentlich 1997 entstanden. Ich war mit mehreren männlichen Vertretern meiner Familie auf einem Vatertagstrip am Ijselmeer in Friesland unterwegs. Irgendwann im Laufe des Abends landeten wir in einer netten Kneipe in Lemmer. Dort fiel mir dieses schöne Plakat auf, was dort relativ unscheinbar hinter dem Tresen an der Wand sein Dasein fristete.

Das berühmte Tropon Firmenplakat [ Quelle: britishmuseum.org ]

 

Irgendwann beugte ich mich rüber zu meinem Schwager und sagte ihm, dass ich wohl Lust hätte zu einem kleinen Indie-Akustikgitarren Recording-Projekt mit diesem Namen da, und zeigte auf das Plakat. Damit das Ganze etwas “internationaler” klingt, fügten wir noch ein ‘e’ hinten an. Mein Schwager, mit dem ich auch sonst in diversen Gitarren-Bands Krach machte, war sofort Feuer und Flamme. Somit war das Recording Projekt ‚tropone‚ geboren.

Allerdings sollte es 20 Jahre dauern, bis die erste Veröffentlichung das Licht der Welt erblickte. Denn mehr als eine Handvoll Jam-Sessions im heimischen Wohnzimmer, die mit einem Tape-Recorder mitgeschnitten wurden, hat es damals nie gegeben.

Worüber ich 1997 in der Kneipe nichts wusste, war die Herkunft des Plakats. Zum einen handelte es sich um ein Produktplakat aus dem Jahre 1897, dass von dem Designer und Architekten Henry van der Velde aus Belgien für die deutsche Firma Tropon angefertigt wurde, um ihr Eiweißkonzentrat zu bewerben. Zum anderen wurde aus dem Plakat eines der berühmtesten Vertreter des Jugendstils und ebnete den Weg für den Industriezweig Werbegrafik und Design … aber das nur am Rande. Dies ist eine Website über Musik, Recording und Software … versprochen. Aber ich mag die Geschichte, wie der Name und die Idee entstanden ist.

20 Jahre später habe ich den Namen dann wieder aufgegriffen und darunter Musik aufgenommen, die fast ausschließlich mithilfe von Software entsteht. Allerdings klingt die Musik von tropone nicht wirklich elektronisch. Aber der Einsatz von Hardware und realen Instrumenten wird auf ein Minimum reduziert. Außer einer Gitarre, einem Mikrofon, einem Audio-Interface und einem Midi-Keyboard kommen hier ausschließlich Instrumente und Aufnahmegeräte zum Einsatz, die als Programme auf meinem Laptop laufen.

Was hier so alles auf dem Schreibtisch steht

Viel Platz habe ich hier nicht. Ich habe meinen Schreibtisch in eine Nische mit Dachschräge gestellt. Der Keller war zu feucht und woanders ist nunmal kein Platz. Ich starre entweder auf meinen Monitor, oder gegen eine um 30 Grad geneigte, grau gestrichene Wand. Zum Glück brauche ich nicht viel, auch wenn ich einiges an Instrumenten und Zeugs in meinen Aufnahmen verwende, stehen hier nur zwei Real-Life-Gitarren rum – ein akustischer und eine elektrischer Sechssaiter. Das kleine batteriebetriebene Casio Keyboard auf dem Regal hier oben zähle ich jetzt mal nicht mit, ebenso wenig diese kleinen Shaker Eier … wie nennt man die eigentlich richtig?

Ich glaube ich bin 1990 mit dem Gitarrespielen angefangen und habe von da an immer in Bands gespielt, die hauptsächlich Gitarrenmusik gemacht haben. Auch wenn ich schon über zwanzig Jahre an sechs Saiten herumwerkeln, würde ich mich nicht als „guten“ Gitarristen bezeichnen, was auch immer das bedeuten mag. Ich war nie der Typ, der Stunden damit verbracht hat irgendwelche Techniken zu üben. Nachdem ich meine ersten beiden Akkorde spielen konnte, habe ich angefangen Songs zu schreiben. Das hat sich bis heute eigentlich nicht geändert 😉

Ich mag meine Epiphones 😉

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