Kategorie: DAW Seite 2 von 5

Musikproduktion unter Linux? Welche DAWs, Instrumente und Plugins man zur Auswahl hat und funktioniert das auch alles?

Seit ein paar Wochen besitze ich neben meinem alten Macbook (2013) einen aktuellen PC Laptop. Ich wollte einfach etwas Flotteres fürs Schreiben, Programmieren und Grafik- bzw Video-Editing. Es ist dann ein HP Envy x360 (13″) mit Windows 10 geworden. Einfach aus dem Grund, weil ein aktuelles Apple Laptop übertrieben teuer ist. Ich besaß vor 2017 eigentlich immer einen Windows Rechner, daher ist mir die Umstellung nicht allzu schwer gefallen.

Die meiste Zeit meines Computerlebens habe ich mit Windows verbracht, aber jetzt hatte ich nach zwei Wochen genug. Ich mag Windows nicht mehr, weder das Aussehen noch irgendwas. Aus diesem Grund habe ich mich mal wieder an ein Linux System versucht. Linux habe ich während der Studienzeit vor über 15 Jahren für ein paar Jahre eingesetzt und mochte es sehr. Allerdings war das nie wirklich etwas für Medienanwendungen, wie Videoschnitt bzw. -produktion, Musikproduktion und Photoshop hat mir auch immer gefehlt. Wie gesagt, das ist schon einige Monde her und daher wollte ich mal sehen, wie aktuelle Distributionen das so meistern.

Elementary OS in Action…

Renoise Tutorial #01 – Ein Rundgang durch die DAW

Version 3.2.1 steht im Startbildschirm der neuesten Version der Tracker DAW Renoise. Lange war es still um die Software, die in erster Linie mit Samples hantiert. Im August 2019 gab es ein Lebenszeichen. Renoise und der kleine Bruder Redux (Renoise als VST Plugin) bekamen ein kleines Update. Die Community kann wieder hoffen, denn die Entwickler haben angekündigt, dass auch in Zukunft weiter an Renoise gearbeitet wird.

Aber auch wenn keine Updates mehr kommen sollten, ist die Software auch in ihrem jetzigen Zustand mehr als zu gebrauchen. Meine Meinung zu dem Updatewahn habe ich an anderer Stelle ja bereits erwähnt. In meinen Augen stellt Renoise die perfekte DAW dar, für alle die einfach etwas fokussierter arbeiten wollen. Renoise ist ohne Frage umfangreich und kommt mit Gimmicks daher, von denen die Tracker aus den 90ern nur hätten träumen können.

Renoise – nach dem Start komplett jungfräulich…

VCV Rack als Sequenzer in der DAW nutzen…

Ich habe ja hier und hier und auch hier schon über die Integration von VCV Rack in der DAW geschrieben. Allerdings habe ich noch nicht erwähnt, dass man das Rack mit seinem netten Sequenzer-Modulen eben auch als solch einen in der DAW nutzen kann. Falls man Zufallssequenzen erzeugen will, euklidische Rhythmen oder einfach lieber einen Step-Sequenzer anstatt der Piano-Roll zum Programmieren nutzen will, bietet das virtuelle modulare System ganz hervorragende Möglichkeiten.

Euklidischer Sequenzer sendet Midi Daten an DAW…

Studio One zusammen mit VCV Rack nutzen – Entweder als Synth, als Effektboard oder zum Modulieren… Eine ausführliche Anleitung!

Studio One ist nicht unbedingt bekannt für seine Sound Design Tools. Es gibt zwei Sampler, zwei Synths und jetzt auch das Pedalboard, ansonsten eher Standardeffekte … das ist nicht schlecht und mit etwas Fantasie kann man damit so einiges anstellen. Aber hey, wir wollen mehr Tools, oder? VCV Rack ist ein Open Source modularer Synthesizer in Softwareform. Kurz: Kost‘ nix und bietet unendlich viele Module für unendlich viel Sound Design Spaß.

VCV Rack kann für mehrere Zwecke genutzt werden. Zum einen als reiner Synth – den man sich so zusammenbauen kann, wie man will – oder als reines Effektboard. Außerdem kann die riesige Sammlung an Modulatoren für Studio One eingesetzt werden. Sodass man ähnlich viele Möglichkeiten hat wie in Bitwig Studio … das muss man zunächst aber erstmal einrichten.

Presonus Studio One 4.6 – eine verlockende DAW…

DAW Hopping, ein Problem, dass ich selbst nach 20 Jahren noch nicht in den Griff bekommen habe … Studio One Version 1 habe ich 2010 das erste mal benutzt, davor hatte ich immer eine abgespeckte Version von Cubase auf dem Windows Rechner. Es gab damals die Studio One Artist Version zu dem Audio Interface vom gleichen Hersteller dazu. Noch im selben Monat habe ich die Pro Version erworben. Zwei Jahre später gab es dann das Update zu Version 2 und das 3er Update 2015 habe ich auch noch mitgenommen. Dann wurde mir das alles etwas zu langweilig.

Tracktion Waveform wird demnächst auch umsonst erhältlich sein

Tracktion kann man nun wirklich nicht vorwerfen nicht großzügig zu sein. Jedes mal wenn eine neue Version ihrer aktuellen DAW erscheint, wird es auch eine weitere etwas ältere Version umsonst geben. Zuletzt war es Tracktion T7 und jetzt ist es Waveform 10, allerdings etwas abgespeckt. Eigentlich kann man sagen, dass die freie Version von 10 quasi T7 mit verbessertem GUI, Mixer, Midi-Editor, Drum Sampler und einfachen Synthesizer ist. Das ist schon ’ne Menge.

Tracktion Waveform 10

Es ist allerdings noch nicht so ohne weiteres möglich die freie DAW herunterzuladen. Wenn man ein Benutzerkonto bei Tracktion besitzt und sich dort einloggt wird unter Downloads keine freie Version von Waveform 10 angezeigt. Allerdings gab es vor kurzem einen Downloadlink in der Musikzeitschrift Computer Music. Hier ist der Link:

http://tracktion.com/cmpromo

Hier gibt man nun ein paar persönliche Daten an und schon erscheint Waveform 10 Free in den Downloads.

Auf der NAMM2020 wurde nun die Version 11 der DAW vorgestellt und es wurde auch angekündigt, dass im April diesen Jahres eine freie Version dieser aktuellen DAW verfügbar sein wird und der sparsame Produzent darf sich wieder über Verbesserungen freuen … natürlich auch wieder mit kleinen Einbußen gegenüber der Pro-Version (Multisampler, Effekte, Melodyne, …).

Das nächste Jahr wird etwas tiefer…

Der Weihnachtswahnsinn ist geschafft. Obwohl es in den letzten Wochen hier etwas ruhiger war, habe ich trotzdem so einiges an neuer Software ausprobiert. Ich muss aber zugeben, dass mich 80% der neuen Instrumente und Effekte eher gelangweilt haben. Viele neue polierte und grafisch aufwendige, aufgeblasene Produkte, die manche Dinge sicherlich leichter machen … aber nicht besser.

Aus diesem Grund habe ich über die Feiertage beschlossen mal wieder etwas zurück zu treten. Ich will mein persönliches Setup etwas herunterzufahren, mehr experimentieren, Dinge besser verstehen und wieder etwas mehr in die Tiefe gehen. Dazu passt hervorragend der großartige Artikel von vor zwei Jahren, der auf David Cain’s Blog zu finden ist.

Dort geht es um ein tiefes Jahr. Ein Jahr in dem keine neuen Dinge angefangen, keine Bücher gekauft, keine neuen Hobbies begonnen und kein weiteres Equipment angeschafft wird. Es geht darum, dass man wieder Nutzen in den Dingen sucht, die man bereits besitzt und die Dinge zu Ende bringt oder voran bringt, die man bereits angefangen hat.

Endlich besser an der Gitarre werden, anstatt mit dem Piano anzufangen, Die Bücher zu Ende lesen oder erneut durchzuarbeiten, die seit langem im Regal stehen und die Vinylsammlung wirklich mehr zu schätzen lernen, anstatt ständig neue Platten zu sammeln.

Genau wie David es in seinem Artikel ausdrückt, soll es darum gehen „tiefer zu gehen, anstatt breiter“. Man kehrt den neuen angepriesenen Dingen, denen man eventuell im Netz begegnet einfach mal den Rücken zu, ignoriert sämtliche Software Updates und beschäftigt sich mit der Vielzahl an Möglichkeiten, die man bereits um sich hat. Wenn man sich solch ein „tiefes“ Jahr einfach mal vorstellt … eine Handvoll Interessen, die eventuell gemeistert wurden, anstatt dutzende von halbherzig neu begonnenen Dingen, die nach kurzer Zeit liegen gelassen werden und abgelöst wurden. Man müsste wieder lernen ohne die kleinen Dopamin-Spritzen auszukommen, die man sich verabreicht, wenn etwas Neues ausprobiert oder gekauft wird.

Für mich persönlich bedeutet das konkret, dass ich wirklich wieder intensiver Gitarre spielen will, mich mit nur einer DAW beschäftigen und keine weiteren Plugins anschaffen will. Außerdem will ich mich endlich weiter mit der Programmierung von Effekten befassen und dazu tiefer in Csound eintauchen.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und beschränke mich mit Tropone nur noch auf eine DAW (plus Csound, VCV Rack und meine Gitarren-Amp-Emulation). Ich schränke mich also bewusst ein, damit ich genötigt bin mich mit den vorhandenen, einfacheren Mitteln intensiver zu beschäftigen. 2020 kann also kommen…

8 Gründe, warum Bitwig Studio die perfekte DAW für Sound Designer ist

… Und mit Sound Designer meine ich nicht nur Menschen, die hauptsächlich Sounds für Filme, Spiele oder sonstige Medien designen, sondern jeden Musiker der mithilfe von Instrumenten und Effekten Klänge erzeugt, die abseits der gängigen, klassischen Sounds liegen.

Eines vorweg: Jede DAW, wirklich jede – von Audacity bis Renoise, von Adobe Audition bis zum Magix Music Maker, über Cubase, Live, FL Studio oder Garage Band – verfügt über genügend Möglichkeiten Musik zu recorden / produzieren und Sounds zu designen.

Bitwig Studio (aktuell Version 3.03)

Bitwig Studio 3.1.1 – Ein Update und ein neuer Vocoder für Bitwig einen Tag vor Weihnachten…

Das Update auf Version 3.1 ist gerade mal 3 Tage alt, da hauen die Berliner Jungs schon wieder ein Update hinterher. und weil morgen Weihnachten ist, gibt es sogar noch einen neuen Effekt: Den Vocoder!

Der Vocoder…

Es gab schon ein Preset, dass einen Vocoder sehr gut nachmachte, darüber habe ich hier schonmal etwas geschrieben. Jetzt hauen die Entwickler kurz vor Heiligabend 2019 nochmal ein waschechtes Vocoder Device raus.

Und er klingt gut! Auf der linken Seite gibt es allerlei Einstellungen für den Modulator … dazu auch eine eigene Effektkette und rechts ist der Bereich für den Carrier. Auch hier kann man eine Effektkette für das Carriersignal anlegen und auch Effekte für das Wet-Signal.

Wenn man den Vocoder in einen Track packt wird zunächst das Audiosignal des Tracks als Modulator benutzt, man könnte aber auch einen Audio-Receiver in die Modulator-Kette setzen und das Signal eines anderen Tracks nutzen. Als Carrier bietet sich sowieso das Audiosignal eines anderen Tracks ein. Hier ist von vornherein schon ein Audio-Receiver eingefügt. Im obigen Beispiel ist der Modulator ein Sample aus dem ersten Otto-Film … räusper … und das Carrier-Signal besteht aus einigen simplen Akkorden mit dem Polysynth.

Der Vocoder im Einsatz…

In der Mitte sehen wir das Spectrum Display mit dem Modulator-Signal in türkis und dem Carrier-Signal in gelb. Außerdem kann man hier einen unteren und oberen Treshold angeben … ebenso eine untere und obere Frequenz.

Ganz unten gibt es noch Einstellungen für den Filter, die Anzahl der Bänder und Bandbreite, mit denen man den Sound hervorragend formen kann. Als besonderes Schmankerl kann man zu jedem Zeitpunkt das Signal einfrieren …

Was soll man da noch sagen? Danke Bitwig!

Bitwig und VCV Rack – Wie man den modularen Synthesizer zusammen mit der modularen DAW nutzt

Wenn sich hier jemand für elektronische Musik interessiert und sich nicht komplett von der Außenwelt abschottet, dann hat er sicherlich auch schonmal etwas von Bitwig gehört – hab‘ ich hier ja auch schon des öfteren mal erwähnt. Bitwig bietet mit verschiedensten Ansätzen unendlich viel kreative Möglichkeiten der Klangerzeugung und -manipulation. Aber wenn Du das hier liest, gehe ich mal davon aus, dass Du Bitwig kennst. Und ich denke auch, dass Du VCV Rack kennst, den großartigen Open Source modularen Synthesizer.

Seite 2 von 5

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén