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Csound Tutorial #05 – Das Tempo eines Musikstücks…

In Csound hat man auch die Möglichkeit, das Tempo einer Komposition zu ändern. Dafür gibt es ein Statement, das speziell hierfür eingeführt wurde: das t (tempo) Statement. Die Syntax sieht folgendermaßen aus:

t    p1    p2    p3    p4    ...

wobei:

  • p1 (muss 0 sein (Beginn einer Komposition)
  • p2 gibt das Anfangstempo vor (in Beats per minute)
  • p3, p5, … Zeiten in Beats (in nicht-absteigender Reihenfolge)
  • p4, p6, … Tempi für die entsprechenden Beat-Zeiten (p4 ist der Tempowert zur Action-Zeit p3, p6 ist der Tempowert zur Action-Zeit p5, etc…

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Waveform 11 Free – Die neue Tracktion DAW und mein kostenloses Setup für Windows…

Wie angekündigt veröffentlicht Tracktion nun ihre aktuelle DAW als freie Version. Gegenüber der kostenpflichtigen Waveform 11 Version fehlen der freien DAW ein paar Plugins, aber das Fundament ist das gleiche (einen detaillierten Vergleich findet man hier). Tracktion Waveform 11 Free ist eine vollwertige DAW, die keinen Cent kostet, genau wie auch schon Tracktion T7.

Tracktion Waveform 11 Free

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Csound Tutorial #04 – Frequenzen in Oktaven und Halbtönen, sowie Amplitude in dB…

Wie wir bisher gesehen haben, benötigt ein Oszillator die Frequenz immer in Hertz-Angaben (Hz), genauso muss die Amplitude immer in einer rohen Form (von 0 bis 32.767) angegeben werden. Das ist nicht gerade sehr komfortabel, denn wir drücken unsere Noten nun mal selten in Frequenzen aus, sondern eher in Oktaven und Halbtönen. Csound besitzt dafür einen Tonhöhen Konverter (pitch converter), der die Hertz-Zahl aus einer gegebenen Oktave und Tonhöhenklasse ermittelt (octave point pitch class).

Diese octave point pitch class Darstellung (pch) besteht aus einer Integer-Zahl, die die Oktave angibt und einem Dezimalteil, der die Halbtöne angibt. Die Oktave, die das mittlere C (261,63 Hz) enthält, wurde mit der Zahl 8 festgelegt. Deshalb:

8.00=middle C (261,63Hz)
8.01=C# (277,63Hz)
8.02=D (293,67Hz)
8.03=D# (311,13Hz)
7.09=A below middle C (220Hz)
8.09=A above middle C (440Hz)
9.00=C an octave higher than middle C (523,25Hz)
5.00=the lowest C of a piano (32,7Hz)

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Wenn man zuhause bleiben muss, kann man die Zeit auch nutzen und einfach mal eine Programmiersprache erlernen … 6 Gründe um Python zu lernen

Die aktuelle Situation aufgrund von Covid-19 zwingt uns zuhause zu bleiben. Auch wenn viele Menschen noch regelmäßig zur Arbeit gehen, bleibt ein Großteil der Freizeitaktivitäten erstmal aus. Was tun, wenn man das Haus möglichst nicht verlassen sollte? Langweilig wird uns sicherlich nicht, im Zeitalter von Streaming und Smartphones. Aber ist das eine gute Wahl, den Großteil des Tages Simpsons zu schauen? (Eventuell…)

Ich für meinen Teil nutze das Plus an eingeschränkter Freizeit mit dem Erlernen einer neuen Programmiersprache: Python! Zuletzt habe ich mit Csound eine spezielle Sprache für Sound und Synthese in Angriff genommen, aber ich vermisse eine nette Sprache für die „breite“ Programmierung. Eine „breite“ Sprache ist eine, die auf keine besondere Spezialisierung abzielt. Csound, Pure Data und SuperCollider sind Sprachen speziell für Sound- und Audio-Anwendungen; PHP und JavaScript sind für’s Web und LaTeX und HTML sind speziell entwickelt worden um Texte zu verarbeiten oder darzustellen.

Zu den allgemeinen, „breiten“ Sprachen zählen C++, Java, C#, Visual Basic, Perl, Assembler und viele mehr. Warum dann ausgerechnet Python lernen?

Python (Quelle: morioh.com)

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Csound Tutorial #03 – Envelopes

Im letzen Teil habe ich schon etwas zu Kontrollvariablen geschrieben. Ich habe gezeigt, wie man den Opcode line dazu benutzen kann, die Tonhöhe über die Zeit zu ändern. Dasselbe können wir natürlich auch mit der Lautstärke machen.

Amplitude Envelopes

instr 1
      kenv line 0, p3, 10000      ;linear ramp from 0 zo 10000
      aone oscil kenv, 320, 1     ;amplitude envelope (kenv)
      out aone
endin

Diese line Kontrollvariable ändert die Lautstärke des Tons, indem sie einen Amplitude Envelope erzeugt. Wenn man sich schon vorher ein wenig mit Synthesizern beschäftigt hat, dann ist einem solch ein Envelope Generator sicherlich schon einmal über den Weg gelaufen. Das klassische ADSR-Modul kann dafür benutzt werden. In unserem Fall lassen wir die Lautstärke von 0 auf 10.000 ansteigen. Das wäre ein Attack (A) Wert von 3 Sekunden, wobei D, S und R auf 0 gedreht wären.

ADSR in VCV Rack

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Csound Tutorial #02 – Mehr über Instrumente, Funktionen und Routinen…

Im letzten Teil habe ich Grundlegendes zu Instrumenten und deren Kompositionen (Scores) geschrieben, diesmal möchte ich auf ein paar weitere Details hierzu eingehen.

Die GEN10 Routine

Das letzte mal habe ich die GEN10 Routine benutzt, um eine simple Sinuswelle zu erzeugen. Man kann aber noch viel mehr mit dieser Routine anstellen. Ich könnte beispielsweise ein Funktion mit fünf harmonisch verknüpften Sinuswellen erstellen, einfach indem ich die 1 fünf mal hinter den GEN Typen schreibe.

f1  0  4096  10   1    1    1    1    1

Alle Partiellen haben dieselbe Amplitude. GEN10 erstellt ausschließlich harmonische Komponenten, somit müssen wir der Routine nicht extra sagen, dass die Relationen harmonisch sein sollen. Wenn ich im Instrument also die Grundfrequenz ändere, werden automatisch alle Partiellen angepasst. Z.B. wenn die Grundfrequenz 220Hz beträgt, dann wird die zweite Harmonische 440 und die dritte 660 sein. Wenn wir die Fundamentale nun auf 100Hz ändern, wird die zweite zu 200 und die dritte zu 400 geändert.

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Space, Time & Color – Haufenweise abgefahrener Audio FX Presets für Bitwig Studio 3

Vor ein paar Tagen haben die Entwickler von Bitwig Studio ihre Factory Library erweitert und 150+ Presets für ihre Bitwig-eigenen Effekte veröffentlicht. Space, Time & Color heißt das Preset Pack und wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hier um wunderbare Reverbs und Delays. Aber auch Pitchifting Effekte, Distortions, Bitcrusher, Phasing und Chorus-Effekte sind dabei. Die Modeling Reverbs wurden alle von Grund auf neu im Grid erstellt!

Promo Video von Bitwig

Die Presets sind für alle frei downloadbar, die mindestens Version 3.1 besitzen. Ich bin mir nicht sicher, ob der Upgrade Plan noch aktiv sein muss, denn meiner ist eigentlich Anfang Februar abgelaufen und ich konnte die Presets auch noch installieren.

Ich habe heute Mittag mal eben eine lässige Percussion-Spur in einen Track geworfen und bin durch alle neuen Presets gegangen:

Csound Tutorial #01 – Von Orchestern und Kompositionen…

Um in Csound Sound zu generieren, muss der Programmierer eine Textdatei erstellen. Die .csd Datei. In dieser Datei sind zwei grundlegende Bestandteile enthalten:

  1. Das Orchester (Orchestra)
  2. Die Komposition (Score)

In älteren Versionen der Programmiersprache wurde diese beiden Komponenten in zwei unterschiedliche Dateien geschrieben (.orc und .sco), aber mittlerweile sind es einfach zwei verschiedene Abschnitte in der Csound Datei. Sie beschreiben zum einen aus welchen Komponenten unser virtuelles Instrument (Orchestra) besteht und zum anderen die Operationen, die wir mit ihm ausführen wollen (Score). Es bestünde aber immer noch die Möglichkeit, die Teile in zwei unterschiedliche Dateien unterzubringen.

Das Grundgerüst einer .csd Datei besteht also aus einem oder mehreren Instrumenten und einem Score. Außerdem gibt es vorher noch einen Abschnitt, in dem gewisse Einstellungen vorgenommen werden können. Diese drei Bestandteile werden in den <CsoundSynthesizer> Block geschrieben. Alles was innerhalb dieses Blocks beschrieben wird, wird nachher auch verarbeitet.

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Musikproduktion unter Linux? Welche DAWs, Instrumente und Plugins man zur Auswahl hat und funktioniert das auch alles?

Seit ein paar Wochen besitze ich neben meinem alten Macbook (2013) einen aktuellen PC Laptop. Ich wollte einfach etwas Flotteres fürs Schreiben, Programmieren und Grafik- bzw Video-Editing. Es ist dann ein HP Envy x360 (13″) mit Windows 10 geworden. Einfach aus dem Grund, weil ein aktuelles Apple Laptop übertrieben teuer ist. Ich besaß vor 2017 eigentlich immer einen Windows Rechner, daher ist mir die Umstellung nicht allzu schwer gefallen.

Die meiste Zeit meines Computerlebens habe ich mit Windows verbracht, aber jetzt hatte ich nach zwei Wochen genug. Ich mag Windows nicht mehr, weder das Aussehen noch irgendwas. Aus diesem Grund habe ich mich mal wieder an ein Linux System versucht. Linux habe ich während der Studienzeit vor über 15 Jahren für ein paar Jahre eingesetzt und mochte es sehr. Allerdings war das nie wirklich etwas für Medienanwendungen, wie Videoschnitt bzw. -produktion, Musikproduktion und Photoshop hat mir auch immer gefehlt. Wie gesagt, das ist schon einige Monde her und daher wollte ich mal sehen, wie aktuelle Distributionen das so meistern.

Elementary OS in Action…

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Renoise Tutorial #01 – Ein Rundgang durch die DAW

Version 3.2.1 steht im Startbildschirm der neuesten Version der Tracker DAW Renoise. Lange war es still um die Software, die in erster Linie mit Samples hantiert. Im August 2019 gab es ein Lebenszeichen. Renoise und der kleine Bruder Redux (Renoise als VST Plugin) bekamen ein kleines Update. Die Community kann wieder hoffen, denn die Entwickler haben angekündigt, dass auch in Zukunft weiter an Renoise gearbeitet wird.

Aber auch wenn keine Updates mehr kommen sollten, ist die Software auch in ihrem jetzigen Zustand mehr als zu gebrauchen. Meine Meinung zu dem Updatewahn habe ich an anderer Stelle ja bereits erwähnt. In meinen Augen stellt Renoise die perfekte DAW dar, für alle die einfach etwas fokussierter arbeiten wollen. Renoise ist ohne Frage umfangreich und kommt mit Gimmicks daher, von denen die Tracker aus den 90ern nur hätten träumen können.

Renoise – nach dem Start komplett jungfräulich…

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