Monat: Oktober 2017

Die unglaubliche Technologie des Samplings oder wieso wir nur auf Sicherheit setzen

Ich mag Sampler. Von allen virtuellen Software Instrumenten sind sie meine Liebsten. Ich meine jetzt richtige Sampler, keine Sample Player. Ich benutze fast ausschließlich Sampler. Mein Lieblingssampler ist Redux von Renoise, aber ich beschränke mich zurzeit auf Bitwig, daher ist der Bitwig Sampler im Moment das einzige Instrument, das ich benutze.

Der einfache Sampler in Bitwig Studio 2 mit einigen Modulatoren 

Im Grunde kann man Sampler für alles mögliche verwenden. Zum Abspielen von natürlichen Instrumenten, wie echte Drums oder Pianos; als Synthesizer, wenn man beispielsweise Samples von klassischen Waveformen benutzt (Saw, Sine, …) oder kleine Ausschnitte von allen möglichen Aufnahmen. Oder aber auch zum Einbauen von Loops aus bereits vorhanden Musikstücken, wie man es aus klassischen Hip Hop Aufnahmen kennt.

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Die Freiheit nehm‘ ich mir, oder mehr Kreativität durch Eliminierung der Komplexität

…They were amazing about going with mistakes and humanness all around this way. Now, of course, that could never happen because everything is computer controlled and it sucks the life out of everything.

Das Zitat stammt von Ken Scott. Dieser Mann durfte in den 60ern zusammen mit den Beatles in den Abbey Road Studios arbeiten. Ken war damals Toningenieur und hat unter anderem bei den Aufnahmen zum weißen Album 1968 mitgewirkt. Wie in jedem guten Blogbeitrag müssen auch hier die Beatles herhalten, wenn es um Vergleiche der heutigen Studios mit den Aufnahmetechniken aus den 60er Jahren geht.

Was hatte man damals? Eine Handvoll Mikrofone (allerdings sehr hochwertige), einen Kompressor, einen Reverb, einen sehr einfachen Equalizer (nur tiefe und hohe Frequenzen konnten geregelt werden). Und man musste sich damit abfinden, dass nur 4 (oder später 8) Spuren zur Verfügung standen. Was aber nicht heißt, dass es nicht mögliche war komplexe Arrangements mit Overdubs zu realisieren. Nein, aber man musste sich schnell entscheiden. Denn wenn man eine neue Spur benötigte, dann wurden zwei vorhandene Spuren einfach zusammengelegt und konnten somit nicht mehr verändert werden.

Das Mischpult TG12345 aus den Abbey Road Studios der 60er Jahre (Quelle: toolfarm.com)

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Der Rolls Royce unter den digitalen Synthesizern

From a technology standpoint, the 1978 launch of New England Digital’s Synclavier—the first commercially available, real-time digital synthesis instrument—was a monumental achievement.

Ganz ehrlich? Bevor Arturia das virtuelle Pendant des berühmten Synclaviers veröffentlicht hat – und somit viele Liebhaber Herzen hat höher schlagen lassen – habe ich nie von dem Teil gehört.Obwohl, “gehört” hat den Synthesizer wohl schon jeder. Nämlich in den ersten Noten des Michael Jackson Klassikers Beat It. Dieser Gong war angeblich ein Original Preset des Synclavier II. Es gab damals sogar ein Album, welches die Möglichkeiten des Synclavier zeigen sollte. The Incredible Sounds of the Synclavier II.

Auf diesem Album waren die Töne exakt so zu hören, und zwar vor der Aufnahme von Jackson (Das stimmt tatsächlich, Seite Eins, 6:45min). Dieser wollte diesen Sound unbedingt in dem Song haben. Der gute Michael hat den Erschaffer dieser Sounds daraufhin eingestellt und er hat auf mehreren folgenden Stücken von Mr Jackson mit seinem Synclavier mitgewirkt. Hut ab, unsereins hätte den Krams einfach gesamplet und gehofft, dass es merkt keiner…

Herr Jackson und die Gangs der 80er (Quelle: youtube.com)

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Wenn ich mir einen Synthesizer aussuchen müsste, den ich hier in echt hinstellen würde, dann wäre es ein Arp 2600

Don’t forget to TURN ON THE SYNTHESIZER. Often this is the reason why you get no sound out of it.

Wenn man mir vor 20 Jahren gesagt hätte, dass ich einmal Musik mit Synthesizern machen würde, hätte ich wahrscheinlich nur laut gelacht. Aber richtig laut. Ich mochte Synthesizer nicht. Sie waren mir suspekt. Ich mochte ihren Sound in Shine On You Crazy Diamond nicht und ich mochte ihren Sound erst recht nicht in sowas hier. Ich mein‘ … Synthesizer, kann doch jeder spielen. Da muss man ja nix spielen können. Da geht doch alles von selber…

Ein paar Jahre später kamen Radiohead mir dem Album Kid A daher, Notwist mit mit Neon Golden und Postal Service mit Give Up. Was sind das für seltsame Geräusche und welcher Computer spielt da denn Schlagzeug? Ich mochte die Idee Indie Rock mit elektronischen Elementen zu kombinieren. Selbst die Flaming Lips benutzten immer mehr die synthetischen Spielzeuge, die im Studio so rumstanden. So langsam legte sich meine Angst vor Synthesizern und ich selbst probierte immer mehr elektronische Instrumente in Softwareform aus.

Die 3 Oszillatoren des Arp 2600

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Hey Bernd, wie ist tropone eigentlich entstanden?

Ah ja, gut dass ihr fragt. Der Name ist eigentlich 1997 entstanden. Ich war mit mehreren männlichen Vertretern meiner Familie auf einem Vatertagstrip am Ijselmeer in Friesland unterwegs. Irgendwann im Laufe des Abends landeten wir in einer netten Kneipe in Lemmer. Dort fiel mir dieses schöne Plakat auf, was dort relativ unscheinbar hinter dem Tresen an der Wand sein Dasein fristete.

Das berühmte Tropon Firmenplakat [ Quelle: britishmuseum.org ]

Irgendwann beugte ich mich rüber zu meinem Schwager und sagte ihm, dass ich wohl Lust hätte zu einem kleinen Indie-Akustikgitarren Recording-Projekt mit diesem Namen da, und zeigte auf das Plakat. Damit das Ganze etwas “internationaler” klingt, fügten wir noch ein ‘e’ hinten an. Mein Schwager, mit dem ich auch sonst in diversen Gitarren-Bands Krach machte, war sofort Feuer und Flamme. Somit war das Recording Projekt ‚tropone‚ geboren.

Allerdings sollte es 20 Jahre dauern, bis die erste Veröffentlichung das Licht der Welt erblickte. Denn mehr als eine Handvoll Jam-Sessions im heimischen Wohnzimmer, die mit einem Tape-Recorder mitgeschnitten wurden, hat es damals nie gegeben.

Worüber ich 1997 in der Kneipe nichts wusste, war die Herkunft des Plakats. Zum einen handelte es sich um ein Produktplakat aus dem Jahre 1897, dass von dem Designer und Architekten Henry van der Velde aus Belgien für die deutsche Firma Tropon angefertigt wurde, um ihr Eiweißkonzentrat zu bewerben. Zum anderen wurde aus dem Plakat eines der berühmtesten Vertreter des Jugendstils und ebnete den Weg für den Industriezweig Werbegrafik und Design … aber das nur am Rande. Dies ist eine Website über Musik, Recording und Software … versprochen. Aber ich mag die Geschichte, wie der Name und die Idee entstanden ist.

20 Jahre später habe ich den Namen dann wieder aufgegriffen und darunter Musik aufgenommen, die fast ausschließlich mithilfe von Software entsteht. Allerdings klingt die Musik von tropone nicht wirklich elektronisch. Aber der Einsatz von Hardware und realen Instrumenten wird auf ein Minimum reduziert. Außer einer Gitarre, einem Mikrofon, einem Audio-Interface und einem Midi-Keyboard kommen hier ausschließlich Instrumente und Aufnahmegeräte zum Einsatz, die als Programme auf meinem Laptop laufen.

Was hier so alles auf dem Schreibtisch steht

Viel Platz habe ich hier nicht. Ich habe meinen Schreibtisch in eine Nische mit Dachschräge gestellt. Der Keller war zu feucht und woanders ist nunmal kein Platz. Ich starre entweder auf meinen Monitor, oder gegen eine um 30 Grad geneigte, grau gestrichene Wand. Zum Glück brauche ich nicht viel, auch wenn ich einiges an Instrumenten und Zeugs in meinen Aufnahmen verwende, stehen hier nur zwei Real-Life-Gitarren rum – ein akustischer und eine elektrischer Sechssaiter. Das kleine batteriebetriebene Casio Keyboard auf dem Regal hier oben zähle ich jetzt mal nicht mit, ebenso wenig diese kleinen Shaker Eier … wie nennt man die eigentlich richtig?

Ich glaube ich bin 1990 mit dem Gitarrespielen angefangen und habe von da an immer in Bands gespielt, die hauptsächlich Gitarrenmusik gemacht haben. Auch wenn ich schon über zwanzig Jahre an sechs Saiten herumwerkeln, würde ich mich nicht als „guten“ Gitarristen bezeichnen, was auch immer das bedeuten mag. Ich war nie der Typ, der Stunden damit verbracht hat irgendwelche Techniken zu üben. Nachdem ich meine ersten beiden Akkorde spielen konnte, habe ich angefangen Songs zu schreiben. Das hat sich bis heute eigentlich nicht geändert 😉

Ich mag meine Epiphones 😉

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